#Alltagstipp_Kochen mit Nüssen: Haselnüsse

Haselnüsse schmecken geröstet, gemahlen, in Nussmischungen oder Brotaufstrichen – und besonders gut in Plätzchen während der Weihnachtszeit. Ohne Haselnüsse wäre die Welt der süßen Versuchungen um einiges ärmer und langweiliger.

Wertvolle Inhaltstoffe:

Der Haselnuss wird – wie bei vielen anderen Nussarten auch – positive Effekte auf Gedächtnisleistung und Cholesterolspiegel nachgesagt. Darüber hinaus steckt die Haselnuss voller wertvoller Nährstoffe. Sie ist reich an B-Vitaminen, Kalzium, Kalium, Magnesium und Spurenelementen wie Zink und Kupfer. Deswegen empfehlen Ernährungswissenschaftler:innen den häufigen Verzehr von Haselnüssen.

 

Herkunft der Nüsse: Darauf solltest achten

Haselnüsse können auch in Deutschland wild wachsen und in der Regel ohne aufwendige Pflege angebaut werden. Demzufolge könnte vermutet werden, dass viele der hier verkauften Haselnüsse aus der Region stammen. Doch dies ist ein Irrtum. Ein Großteil der Haselnüsse, die in Deutschland verkauft werden, kommen aus der Türkei, Italien oder den USA. Hier müssen immer auch weite Transportwege nach Deutschland bedacht werden, wobei zusätzliche Energie verbraucht und viel CO₂ emittiert wird. Für die Ökobilanz ist dies natürlich schlecht.

Wirft man den Blick auf ein Anbaugebiet in der Türkei, welche eines der führenden Erzeugerländer ist, wird ersichtlich, dass es sich oft um Monokulturen handelt. Dies bedeutet, dass über mehrere Jahre hinweg auf derselben Fläche nur eine einzige Pflanzenart angebaut wird. Im Hinblick auf die Umwelt zeigt sich, dass Monokulturen durch ihre einseitige Nutzung von Nährstoffen im Boden kaum nachhaltig sind. Da Monokulturen als anfälliger für Schädlinge gelten, kommen häufig Pflanzenschutzmittel und Pestizide zum Einsatz. Ziel dessen ist, den Bedarf dennoch abzudecken. Eingesetzte Düngemitteln schädigen den Boden und das Grundwasser in den Regionen. Zudem ist die Haselnussernte Handarbeit. Dies bedeutet, dass die Haselnüsse einzeln und von Hand gepflückt werden. Fehlen Hilfsarbeiter*innen, arbeiten zusätzlich häufig Kinder ab 10 Jahren bereits in den türkischen Plantagen. Insgesamt zeigt sich damit, dass die Haselnüsse in unserem Gebäck und unseren Süßigkeiten häufig unter ökologisch und sozial kritisch zu betrachtenden Bedingungen produziert werden. Wichtig ist es demzufolge, beim Kauf genau auf die Herkunft zu achten und lieber den biologischen und fairen Anbau von Haselnüssen zu unterstützen.

Dazu ist wichtig zu wissen, dass ein Großteil der Haselnüsse, die du auf dem Markt findest, von der sogenannten Lamberts-Hasel stammen. In Deutschland hingegen wächst die sogenannte Gemeine Hasel. Während die Lamberts-Hasel als Strauch und auch als Baum wächst, bildet die Gemeine Hasel hingegen nur Sträucher aus. Die beiden Arten sind eng miteinander verwandt und ähneln sich; doch die Lamberts-Hasel bevorzugt ein wärmeres Klima. Aus diesem Grund wächst sie nur außerhalb von Deutschland.

Fazit

Zusammengefasst ist die Haselnuss vielseitig einsetzbar, lecker und sehr gesund. Viele der Haselnüsse, die du auf dem Markt findest, werden jedoch unter schlechten Arbeitsbedingungen und unter Einsatz von Pestiziden produziert. Wichtig ist daher, beim Kauf auf ein Bio-Siegel und auf fair gehandelte Produkte zu achten. Diese sind immer entsprechend gekennzeichnet.

Doch es gibt noch eine Alternative, um im Winter und zur Weihnachtszeit bedenkenlos die leckeren Nüsse knabbern zu können: heimische Haselnüsse aus dem Bio-Anbau.

Diese bekommst du z.B. auf dem Wochenmarkt.

Natürlich kanns du dir auch überlegen, die Nüsse selber anzubauen oder dich über die Webseite von mundraub.org informieren, welche Haselnusssträucher du in deiner Nähe ernten kannst.